Whats App Image 2026 06 24 at 11 53 05

14. Tag der Sächsischen Produktionsschulen

Whats App Image 2026 06 24 at 11 55 32

Am Dienstag, den 23. Juni 2026, durfte ich beim 14. Tag der Sächsischen Produktionsschulen an einer Podiumsdiskussion in Radebeul teilnehmen. Eingeladen hatten die Diakonie Sachsen und die Produktionsschule Moritzburg gGmbH.

Gemeinsam mit Kerstin Schmitt, David Meis, Sören Klapper und Susann Rüthrich haben wir über die Bedeutung und Zukunft der Produktionsschulen in Sachsen diskutiert. Moderiert wurde die Veranstaltung von Jan Witza.

Produktionsschulen leisten einen wichtigen Beitrag für junge Menschen, die beim Übergang von Schule in Ausbildung und Beruf besondere Unterstützung benötigen. Sie verbinden praxisnahes Lernen mit sozialpädagogischer Begleitung und schaffen so echte Chancen auf einen Schulabschluss, den Einstieg in Ausbildung sowie eine nachhaltige berufliche und gesellschaftliche Teilhabe.

Ein zentraler Diskussionspunkt war die zukünftige Finanzierung dieser erfolgreichen Angebote. Derzeit werden die Produktionsschulen im Freistaat Sachsen überwiegend über Mittel des Europäischen Sozialfonds, des Freistaates Sachsen und der Kommunen finanziert. In den Übergangsregionen stammen aktuell 60 Prozent der Mittel aus dem ESF, 30 Prozent vom Land und 10 Prozent von den Kommunen.

Gerade deshalb ist die Debatte um die nächste Förderperiode ab 2028 von hoher fachpolitischer Relevanz. Die Europäische Union plant Veränderungen bei der Struktur der Mittelvergabe. Künftig könnten die ESF-Mittel stärker über den Bund gesteuert werden, während die konkrete Rolle der Länder noch nicht abschließend geklärt ist. Für die Produktionsschulen bedeutet das eine Phase der Unsicherheit, obwohl ihr Nutzen für Bildungsintegration, soziale Teilhabe und Fachkräftesicherung unbestritten ist.

Für mich ist klar: Wer über Fachkräftemangel spricht, darf die Unterstützungsstrukturen für junge Menschen nicht aus dem Blick verlieren. Produktionsschulen sind keine freiwillige Ergänzung des Systems, sondern ein wichtiger Baustein erfolgreicher Jugend-, Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik.

Vielen Dank an alle Beteiligten für den offenen und fachlich fundierten Austausch.